Schlaganfälle und Herzinfarkte sind beim Tier eine viel kleinere Gefahr als beim Menschen,
beziehungsweise kommen nicht vor. Ein dagegen häufig vorkommender Notfall ist die
Aortenthrombose der Katze.
Ein Thrombus (Blutgerinnsel) verstopft dabei die Aorta (Hauptschlagader) und verhindert die
weitere Durchblutung einer Gliedmaße, oft betroffen sind die Hinterbeine. Diese sind daraufhin gelähmt, werden kalt, die Ballen können bläulich werden und es ist kein Puls auf der Oberschenkelinnenseite fühlbar. In der Regel treten die Symptome an beiden Hinterbeinen auf, seltener nur auf einer Seite.
Bei einer Aortenthrombose schreien die Katzen häufig, weil sie so starke Schmerzen haben.
Zusätzlich haben sie häufig Atemnot, da durch den Verschluss der Aorta ein Rückstau
des Blutes entsteht und das Blut aus dem Herz nicht richtig ablaufen kann. Durch den
höheren Druck auf die anderen Blutgefäße kann ein Lungenödem entstehen.
Als Ursache für die akute Aortenthrombose, liegt häufig eine
Herzerkrankung wie die hyperthrophe Kardiomyopathie (HCM) vor. Herzgesunde Katzen
entwickeln nahezu nie Aortenthrombosen.
Bei der HCM kommt es zu einer Verdickung des Herzmuskels, wodurch die Kammern an
Lumen verlieren. Das Herz kann somit weniger Blut fassen und transportieren. Diese
Erkrankung kann genetisch vererbt werden, aber auch durch andere Grunderkrankungen
entstehen. Die Erkrankung geht meist ohne Herzgeräusch einher und ist damit bei dem Abhören des Herzens oft nicht festzustellen. Im frühen Stadium verursacht die hyperthrophe Kardiomyopathie noch keine Symptome und im fortgeschrittenen Stadium sind diese eher unspezifisch. Eine erkrankte Katze kann eine erhöhte Herz- und Atemfrequenz, Maulatmung (immer abnorm bei Katzen!), bläuliche Schleimhäute, weniger Bewegungsfreude, verminderte Belastbarkeit und Husten zeigen.
Die Diagnose erfolgt mittels Herzultraschall durch einen Kardiologen, oder eine Kardiologin. In
unsere Praxis führt die Kardiologin Dr. Estelle Henrich diese Untersuchungen durch.
Ein Röntgen zur Bestimmung der Herzgröße hilft meist nicht, da
der Herzmuskel nach innen verdickt ist und nicht das gesamte Herz größer wird. Wenn eine
Erkrankung wie die HCM vorliegt, können Medikamente gegeben werden, die eindämmend
wirken, heilen kann man die Krankheit nicht.
Ein Therapieansatz der Aortenthrombose wäre eine Lyse (Auflösen) des Thrombus mit Heparin. Auch operativ können Thromben entfernt werden. Allerdings ist die Prognose schlecht und die Therapieansätze meistens erfolglos. Ob ein Therapieversuch gestartet wird, ist im Einzelfall zu besprechen. In den meisten Fällen müssen die Tiere mit Aortenthrombose, wegen schlechter Prognose und schlechtem Allgemeinbefinden erlöst werden.